Als Paul Girardin 1995 zurück kam in seine Heimat-Region um Elim, gehörte die Unterstützung örtlicher Künstler und Kunsthandwerkskooperativen, aber auch medizinischer und schulischer Einrichtungen von Anfang an zu seinem Konzept von einem integrativen Tourismus.
Diese Unterstützung funktioniert bis heute auf zwei Ebenen:
Die Limpopo-Provinz, die nördlichste Provinz Südafrikas, und eine der ärmsten, ist, und das verdankt sie wohl ihrer eher abgeschiedenen Lage, gleichzeitig eine der ursprünglichsten und an tradionellem Kunsthandwerk reichsten Regionen des Landes.
Allein in Venda und in der Region um Elim findet man eine Vielzahl von Holz-, Ton- und Textil-Künstlern, man findet Perlenschmuckhersteller, Trommelbauer, Teppichweber und vieles mehr.

Ein Teil von ihnen, wie die Töpferinnen vom Dorf Mukondeni, hatten schon vor der Etablierung erster touristischer Strukturen in der Gegend einen bescheidenen lokalen Absatzmarkt, die meisten aber hatten praktisch kaum Abnehmerschaft und weder Marketing-Kenntnisse, noch finanzielle Mittel zur Selbstvermarktung.

Manche von ihnen, wie der inzwischen national anerkannte Holzkünstler John Baloyi, hatten kaum mehr als den Glauben an sich, das Talent und eine Vision...
So war es einer der ersten Schritte für Paul Girardin damals, sie aufzuspüren, diese versteckten Talente und hoffnungsvollen, aber armen kleinen Kooperativen, sie kennenzulernen und einzuladen zu einem Tourismuskonzept der Teilhabe, das sie heute zu selbstbewußten Verkäufern ihrer traditionellen Arbeiten macht, auch, aber nicht nur an ausländische Gäste.
Dazu war es aber zunächst einmal notwendig, so etwas wie eine Landkarte zu erstellen, um diese Produzenten überhaupt auffindbar zu machen - für Gäste und potentielle Kunden.
Man muß sich vorstellen, allein das "Dorf" Elim hat schätzungsweise über 80.000 Einwohner und erstreckt sich weit über viele Hügel - mit Zugangswegen ohne Straßennamen, ohne Adressen, ohne Asphalt.
So entstanden, gefördert von Kuvona, erst einmal Hinweisschilder an den Straßen, es enstanden aber auch touristische Karten und Marketing Flyer zur professionellen Eigenwerbung.
Es enstand, in diesen Jahren zwischen 1996 und 2004, die sogenannte "Artist-Route", ein Künstlernetzwerk von ca. 80 Mitgliedern, die sich z.T. inzwischen national gut vermarkten und sich selbst neue Absatzmärkte erschließen können.
Im Rahmen unserer Reisen bildet der Besuch bei einigen Vertretern dieser "Artist Route" längst eines der Highlights: dazu gehören Kunsthandwerkskoperativen wie die Batik- und Stickerei-Werkstatt von Twananani mit ihrem eigenen, von Kuvona gegründeten und ausgestatteten Kindergarten, das Weberei-Projekt von Pfananani, das Töpferdorf Mukondeni, die Holzkünstler Jackson Hlungwani, John Baloyi und Thomas Kubayi, der Trommelbauer Phineas Masuvhelele und die inzwischen international anerkannte Holz- und Ton-Bildnerin Noria Mabasa.
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