"Kuvona", das ist ein Wort aus der Sprache der Shangaan (einem der schwarzen Völker Südafrikas) und bedeutet "Sehen und Verstehen".
Als der gebürtige Südafrikaner Paul Girardin, nach mehreren Jahren Tourismuserfahrung im Ausland in seine Heimat zurückgekehrt, diesen Namen für sein kleines, frisch gegründetes Reiseunternehmen wählte, gab er damit einer Vision Ausdruck: der Vision von einer anderen Form von Tourismus, einer faireren, persönlicheren, die Menschen verschiedener Kulturen wahrhaft zusammenführenden Form.
Der Ort, wo er das umsetzen wollte, war sein Zuhause: die Gegend um Elim im äußersten Norden Südafrikas in der Provinz Limpopo, der ursprünglichsten, aber auch ärmsten Provinz des Landes - touristisch Mitte der 90er noch völlige Diaspora.
Wer aber sozialverträglichen Tourismus in einer bislang für den Fremdenverkehr total unerschlossenen Gegend etablieren will, braucht dazu mehr als Idealismus und eine gute Idee.
Er braucht nicht nur das notwendige KnowHow für den Aufbau der entsprechenden Strukturen und die Heranbildung einheimischer Kräfte, er muss die Region und ihre Menschen vor allem sehr genau kennen, ihre Tradition, ihren Alltag, ihr soziales Gefüge.
Er muss einschätzen können, wie viel und in welcher Form die Gegend Tourismus nicht nur potentiell hergibt, sondern auch gesellschaftlich vertragen wird, was gut tun, was schaden wird - und das heißt, er muss wirklichen Kontakt zu den Menschen haben und ihre Sprache sprechen - in jeder Hinsicht.
Der damals 36-Jährige Paul Girardin brachte dafür die richtigen Voraussetzungen mit: eine hochkarätige Tourismusausbildung in einer Schweizer Hotelfachschule und mehrere Jahre in Führungspositionen in der internationalen Hotelwelt (Europa und Afrika) hatten ihn sein Handwerk lernen lassen, seine tiefe Verbundenheit zu den Menschen seiner Heimat und der Wunsch, seine Kenntnisse in ihren Dienst zu stellen und gemeinsam mit ihnen etwas aufzubauen, hatten ihn nach Elim zurückgeführt.
Zurück an den Ort, mit dem seine Familie schicksalhaft verbunden war, denn es war sein Urgroßvater, ein Arzt der Schweizer Mission gewesen, der vor über hundert Jahren hier mitten im Busch das damals einzige Krankenhaus für Schwarze im Umkreis von 1000 km gegründet hatte: das Elim Hospital, um welches herum der Ort erst nach und nach entstand.
Seit dieser Zeit aber hatte das Engagement für die einheimische Bevölkerung immer zum Selbstverständnis in der Familie Giradin gehört - und als Paul Girardin, der die Sprache der Shangaan seit Kindertagen fließend spricht, begann, in Elim vorsichtig Grundlagen zu schaffen für einen sanften Tourismus, war das eben s e i n e Form von Förderung (zu dieser Zeit war er im weiten Umkreis der Einzige mit touristischer Ausbildung und Erfahrung).
Erste Verwirklichung fand dieser Gedanke 1995 in der Gründung einer Lodge in Elim (Shiluvari Lakreside Lodge), die von Anfang an nach dem Prinzip des "Black Empowerment" (= "Ermächtigung der Schwarzen") funktionierte, lange bevor dieser Begriff, der heute als Schlagwort die politischen Seiten der südafrikanischen Zeitungen durchzieht, überhaupt existierte. Für Paul Girardin, der zwar in der Zeit der Apartheit, aber dank seiner Erziehung im Rahmen der Schweizer Mission von ihren absurden Rassentrennungs- und Ungleichheits-Lehren unangefochten aufgewachsen war, war es keine Frage, dass man auch touristisch nur z u s a m m e n mit den einheimischen Menschen arbeiten kann, nicht auf ihre Kosten. So bildete er alle ersten Mitarbeiter, 9 Schwarze aus der Region, selbst aus und war zusätzlich auch einer der ersten Hoteliers im neuen Südafrika, der auf ein gemischtes Publikum an Gästen nicht nur Wert legte, sondern es durch entsprechende Einladungen und Veranstaltungen auch förderte.
Die Shiluvari-Lakeside-Lodge war schon damals, in einer noch von ausgeprägten Berührungsängsten besetzten Zeit, einer der wenigen kulturellen Schmelztiegel zwischen
Schwarz und Weiß auf dem Land: es gab gemischte Partys, Schwarze und Weiße feierten hier ihre Hochzeiten, Schwarze und Weiße nahmen hier teil an Fortbildungsseminaren im Konferenzsaal und aßen zusammen im Restaurant, Entwicklungsarbeiter verschiedenster Organisationen (DED,GTZ u.a.) kamen hier zusammen und bekamen durch Paul Girardin und seinen Vater Kontakt zu lokalen Entscheidungsträgern und Entwicklungsprojekten.
Als Paul Girardin dann 1998 das Reiseunternehmen "Kuvona Cultural Tours" ins Leben rief, folgte dies den gleichen Prinzipien: Ausbildung und Förderung der Schwarzen in der Region und Zusammenbringen weißer und schwarzer Kultur.
Zunächst ohne professionelles Marketing und europäischen Veranstalter, nutzte Paul Girardin persönliche Kontakte zu Entwicklungsarbeitern und alten Tourismuskollegen, um Gäste in die Gegend um Elim zu bringen, u.a. Gruppen aus England, Jugend-Gruppen aus der Schweiz
(die bei ihrem Besuch auch Projektarbeit in den Dörfern leisteten) - erst mit Hilfe von SKR aber gelang es, die erste serielle Tour in die Region zu bringen.
Kuvona ist und war immer ein kleines Unternehmen - im Moment hat es mit Paul Girardin, seiner Frau Angelika und dem jungen Shangaan-Kollegen Abel Baloyi drei feste Mitarbeiter.
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Trotzdem machte es sich Paul Girardin von Anfang an zur Aufgabe, jährlich einen festen Prozentsatz seines erwirtschafteten Gewinns in die Unterstützung der verschiedensten, z.T. von ihm selbst ins Leben gerufenen Projekte zu stecken - dazu gehören u.a. verschiedene Schulen und Kindergärten, die Kinderklinik von Elim, ein Jugend-Ausbildungs- und ein Aids-Beratungszentrum, eine Blinden- und Gehörlosen-Werkstatt und mehrere Kunsthandwerks-Kooperativen. Darüber hinaus werden die zahlreichen Geld- und Sachspenden der Touristen sinnbringend in den verschiedenen Einrichtungen verteilt - in den letzten 5 Jahren insgesamt über 12.000 Euro.
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| Kindgerechte Gestaltung der Kinderstation in Elim |
Grund-Ausstattung im Kindergarten Twananani |
Computer-Trainingsraum im Jugendzentrum |
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Unmittelbar nach der Gründung der Reiseunternehmens "Kuvona" (1998) begann Paul Girardin nach einem Veranstaltungs-Partner in Europa zu suchen, denn er wusste, dass er, um regelmäßig Besucher in die Region bringen zu können und damit echtes touristisches Wachstum anzuschieben, eine professionelle Vermarktung brauchte und jemanden, der seine Vision vom sanften Tourismus unterstützt.
Annähernd 200 verschiedenen Reiseveranstaltern in Deutschland und der Schweiz legte Paul Girardin das Konzept einer Reise vor, aber niemand wagte zunächst, sich darauf einzulassen.
Bis er Luise Müller von SKR traf. Sie sagte sofort zu, wusste, auch sie hatte hier den richtigen Partner gefunden, nach dem auch sie schon länger suchte. So entstand die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kuvona und SKR und es enstand die Tour "Gesichter Südafrikas" die jährlich viele begeisterte Gäste in die Region um Elim bringt.
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